Chronik

Im Frühjahr 1984 wurde das Fischereirecht an der Methlach durch dieGemeinde Flachslanden zur Verpachtung ausgeschrieben. Es hatten sich dre iInteressentengruppen mit einem Pachtangebot an die Gemeinde Flachslanden gewandt, um ihrem Hobby „Angeln“ an Ihrem Wohnort frönen zu können. Nachdem die Gemeindevertreter keinem der Bieter eine Absage erteilen wollten, machte der amtierende Bürgermeister Erich Meißner den Vorschlag, daß sich die Interessenten zu einer Zweckgemeinschaft zusammenfinden sollten.

Die Freunde des Angelsports trafen sich unter dem Vorsitz von GüntherTrossin am 03. August 1984 im Gasthaus Rose in Flachslanden. Bald war man sich einig, aus der Not (wenig befischbare Gewässer im Gemeindebereich Flachslanden vorhanden) eine Tugend zu machen und gründete eine „Gemeinschaft zur Ausübung der Fischerei“. Dieser somitentstandene Verein nannte sich zunächst „Fischereigemeinschaft Flachslanden“. Die bei der Gründung anwesenden Mitglieder waren: Ernst Bartelmeß, Herrmann Hecht, Willy Kirschbaum, Erich Klein, Hans Landshuter+, Werner Schlötterer, Günther Trossin und Horst Völler. Zum 1. Vorstand wurde Günther Trossin bestimmt, 2. Vorstand war Horst Völler und als Schriftführer und Kassier in Personalunion fungierte Willy Kirschbaum. Schon 1986 wurde der Vereinsname von „Fischereigemeinschaft Flachslanden“ in „Fischereifreunde Flachslanden“ geändert, weil sich unter den Mitgliedern eine echte Freundschaft entwickelt hatte und somit ein passenderer Name angezeigt war. Dieser Vereinsname besteht mit demZusatz e.V. bis zum heutigen Tage.

Das Vereinsleben spielte sich in den Gründerjahren mehr in geselliger denn in angelsportlicher Hinsicht ab, weil die Methlach und der Kemmathbach als einzig im Vereinsverfügung stehende Fischgewässer nichts anderes zuließen. Obwohl mit viel Engagement und Arbeitseinsatz versucht wurde die Methlach für die Angelfischerei zu verbessern, haben dieses die Natur und andere Gegebenheiten immer wieder zunichte gemacht. Neben Wanderungen und Ausflügen in der Natur war das Königsfischen, das wir im „krummen Weiher“, dem Eigentum unserer Vereinsgaststätte zur Rose, durchführen konnten, der jährliche Höhepunkt im Vereinsleben.

In die Fischerkönigsannalen konnten sich bis heute Hans Landshuter, ErnstBartelmeß, Günter Dorner, Hans P. Kraheberger, Erich Klein, Günther Trossin, Richard Binder, Herrmann Hecht, Helmut Schmidt, Roland Eger, Christian Löll, Matthias Schmidt, Harald Klein, Willy Bauernfeind, Clyde Huse, HelmutWoschech, Werner Schlötterer eintragen.

Die Gemeinde Flachslanden hatte 1987 den Kühlweinsweiher käuflich erworben, den der Angelverein im Frühjahr 1988 als weiteres Fischwasser zu Methlach und Kemmathbach zupachten konnte. Selbverständlich wurden die damit verbundenen naturschutzrechtlichen Auflagen, die an diesesWeihergelände gekoppelt sind, von den Angelfreunden übernommen und in Form von Arbeitseinsätzen durchgeführt.

Im Sommer 1988 konnte Günther Trossin wegen beruflichen Gründen nicht mehr für das Amt des 1. Vorsitzenden kandidieren, den Vereinsvorsitz übernahm nun Hans Peter Kraheberger. Noch im gleichen Jahr ergab sich die Möglichkeit, mit dem Markgrafenweiher, ein weiteres Fischgewässer für denVerein nutzbar zu machen.

Aufgrund der gestiegenen Mitgliederzahlen, der höheren Umsätze und der damit verbundenen Mehrarbeit wurde 1989 die Zahl der Vorstands- und Verwaltungsmitglieder auf sechs Personen erhöht. Ebenso wurde eine Satzung erforderlich und auch der Eintrag ins Vereinsregister erfolgte in diesem Jahr.

Zum Jahresbeginn 1990 ist der Verein dem mittelfränkischen Fischereiverband beigetreten. Nunmehr können RMD-Kanal und die mittelfränkische Seenplatte von unseren Mitgliedern genutzt werden. Auch schuf man in diesem Jahr ein Vereinsabzeichen -welches jetzt im Jubiläumsjahr 2009 neu und mit mehr Heimatbezug gestaltet wurde -und feierte das erste öffentliche Fischerfest mit sehr großer Resonanz seitens der Bevölkerung. Als Markenzeichen des Fischerfestes haben sich zwischenzeitlich die vor Ort frisch geräucherten, heiß aus dem Ofen kommenden Forellen neben anderen Fischspezialitäten fest etabliert.

Die Jahreshauptversammlung beschließt im Jahre 1991, das Amt des Schriftführers und Kassiers zu trennen, ferner einen Jugendwart und einen Beisitzer neu einzuführen. Weiter steigende Mitgliederzahlen, insbesondere von Jugendlichen, machten dieses erforderlich. 1993 konnten als weitere Vereinsgewässer ein Teilstück der Rezat und der Erleinsweiher bei Oberdachstetten dazugewonnen werden. Bei turnusmäßigen Neuwahlen im Januar 1994 wird Erich Klein zum 1. Vorsitzenden gewählt. Erklärtes Ziel ist, die Jugendarbeit, Naturschutz und Kontaktpflege mit anderen Vereinen und der Öffentlichkeit noch intensiver zu betreiben. Auch sollen in den Vereinsversammlungen vermehrt Fachvorträge und Referate den Mitgliedern und Gästen geboten werden. Erwähnenswert ist neben vielen zahlreichen kleineren Maßnahmen an Gewässern und Ausrüstungen noch die Herstellung und Anbringung eines Aushangkastens am Vereinslokal und der Bau eines Verkaufswagens im Jahre 1995, der bis zum heutigen Tag seinen Nutzen und Wert für den Verein unterstreicht. Alle durchgeführten Maßnahmen waren und sind nur Dank der vorhandenen vielfältigen Fachkompetenz und dem Zusammenhalt der Mitglieder der „Angelfreunde Flachslanden“ möglich. Aber nicht nur positive und erfreuliche Nachrichten sind in all den Jahren zu vermelden. Neben den bereits angeschnittenen anderen Gegebenheiten, die eine Verbesserung der Befischbarkeit der Methlach verhinderten, ist es den Angelfreunden bis heute nicht gelungen, trotz höchstem Gebot und zahlreichen Mitgliedern aus einem benachbartem Gemeindebereich, von dieser Gemeinde Fischgewässer zu pachten.

An dieser Stelle soll in loser Reihenfolge, ohne Anspruch auf Chronologie sowohl in Zeit als auch in Befinden, anekdotisches wiedergegeben werden. So kann der Chronist von stundenlangen Kämpfen unserer Angeljugend nachdem Biss eines kapitalem Waller berichten, aus dem letztendlich doch derWaller unter abreißen der Schnur und zurücklassen einer umfangreichen „Perücke“ als Sieger hervorging. Bei einer Werbeplattform, die der Verein einem Veranstalter im Vereinslokal geboten hatte, gingen, obwohl die zahlreich gewonnenen Reisen nie angetreten wurden (wie schlau), eindeutig die Angelfreunde als Sieger hervor. Der örtlichen Tagespresse war in Folge einer wohllaunigen Übertreibung eines örtlichen nebenamtlichen Schreiberlings auch einmal nach der stattgefundenen Jahreshauptversammlung zu entnehmen, dass die Angler in Geld schwimmen würden. Mit dem Element Wasser, welches Basis und Voraussetzung für dieExistenz des Vereins ist, mussten einige Mitglieder sehr zur Freude der Anderen auch schon intimere Erfahrungen eingehen. So ist von wenig standhaften Stegen zu berichten, die Einzelnen oder auch Familien nicht den nötigen Abstand zum nassen Element bewahren ließen. Stattdessen stürzten sie sich mit Ihren Benutzern in die nassen Fluten. Bei der Weiherdammpflege lassen sich Balkenmäher nicht daran hindern, ihre Bediener in das nasse Element zu ziehen. Dem Vernehmen nach soll es auch gar nicht so selten vorkommen, dass sich dem sorgfältigst gezirkeltem Angelwurf mit dem Köder in das Fischgewässer immer wieder Bäume und Sträucher in die Zielrichtung werfen, damit die Bewohner desselbigen weiterhin Ihre Freiheit genießen können. Wenn dann der Petrijünger den Baum erklimmt, um seine Ausrüstungzu retten, lässt sich dieser Schelm mit seinem Bezwinger in die Fluten gleiten. Auch ist von wohlschmeckenden Fischsuppen zu berichten, die in mühsamer Kleinarbeit am Vortag des Fischerfestes als neue Attraktion für das selbige hergestellt wurden und sich über Nacht in ungenießbare Brühe verwandelten und folge dessen nur noch für die Kanalisation geeignet waren. Als Sicher kann angenommen werden, dass das ein oder andere Mißgeschick sich dem Schicksal der Offenbarung entzieht und somit hier nicht erwähnt werden kann.

Doch nun wieder zurück zur Geschichte der Angelfreunde Flachslanden.Im Jahre 1996 konnte der Pachtvertrag für den Markgrafenweiher um weitere 10 Jahre verlängert werden, 1997 wurden die Pflichtarbeitsstunden reduziert, der Beitrag gesenkt und aufgrund einer Wette das Jahresabschlußessen eingeführt.


Die Gemeinde Flachslanden hat wegen eines stark überhöhten Konkurrenzpachtgesuchs den Kühlweinsweiher 1998 an einen privaten Bieter verpachtet. Dadurch wurde den Angelfreunden Flachslanden die Grundlage für das Angebot an der Ferienspaßaktion entzogen. Nachdem sich noch herausstellte, dass der Erleinsweiher sich nicht wirtschaftlich betreiben lässt, konnte aus dem Pachtvertrag im gleichen Jahr vorzeitig ohne Verlust ausgestiegen werden. Als Ausgleich ist es der Vorstandschaft gelungen, die Schleinweiherin der Nähe von Gödersklingen für 10 Jahre zuzupachten. Durch teilweises Entfernen eines Weiherdammes wurden aus zwei Schleinweihern, ermöglicht mit einer Spende des Verpächters, im Folgejahr ein zusammenhängender größerer Weiher geschaffen. Auch konnte in diesem Jahr die Verlängerung des Pachtvertrages mit der Gemeinde für Methlach und Kemmathbach erreicht werden.

Im Milleniumjahr 2000 wurde für die Gewässerpflege ein Balkenmäher angeschafft.

Das an die Methlach angrenzende Fischereirecht Richtung Rügland konnte mit dem Zulauf Katzenbach ohne den Bereich Schloßpark Rügland als Erweiterung der befischbaren Strecke im Jahr 2002 zugepachtet werden. Im Jahr 2005 wurde das Fischereirecht an der oberen Rezat, 2007 dann die Schleinweiher für weitere 10 Jahre für die Angelfreunde Flachslanden gesichert.

Den vorläufigen Abschluß bildet 2007 mit der Zupachtung des Schirmerweihers in Spielberg, welches beim Anfischen 2008 vor Ort mit einem Schlachtschüsselessen aus dem Kessel ausgiebig gefeiert wurde. Zum attraktiveren Freizeitwert unserer Gemeinde tragen die Angelfreunde Flachslanden bei, in dem sie Tageskarten für die Vereins- und Verbandsgewässer an einheimische und auswärtige Gastangler anbieten können, ein eigenes Fischerfest für die Öffentlichkeit veranstalten und am Weihnachtsmarkt mit Ihren Spezialitäten vertreten sind.

Zahlen und Fakten:

Mitglieder Gründungsversammlung: 8

Gründungsjahr 1984: 10
1988: 23
1994: 34
2000: 44
2009: 52

Arbeitsstunden: ca. 10.000 Stunden;
Fischerfeste: 20;
Weihnachtsmärkte: 16
Fischbesatz: ca. 100 Zentner

 2009 by Günther Trossin